Durch Alkohol lädierte Nerven brauchen Thiamin

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Durch Alkohol lädierte Nerven brauchen Thiamin

Beitrag von Nine » Mittwoch 15. August 2012, 14:35

Durch Alkohol lädierte Nerven brauchen Thiamin

Die Bedeutung eines alkoholinduzierten ThiaminMangels bei neurologischen Folgeschäden des übermäßigen Alkoholkonsums wird bisher unterschätzt.
Von Dagmar Jäger-Becker Ärztezeitung 15.08.2012

DA dieser Artikel für uns sehr interessant ist, aber leider im geschlossenen Bereich der Ärztezeitung veröffentlicht wurde, habe ich ihn hier zitiert Auf die Nennung von bestimmten "Medikamenten und Firmen habe ich verzichtet.




MÜNCHEN. Alkoholmissbrauch ist die häufigste Ursache für einen Vitamin-B1 (Thiamin)-Mangel. Schwerwiegende Folgen des Vitamin-Defizits können Schäden am Nervensystem sein. Mit dem lipidlöslichen Thiamin-Prodrug Benfotiamin können Thiamin-Defizite auf oralem Wege ausgeglichen werden.

Die Bedeutung eines alkoholinduzierten Vitamin-B1 (Thiamin)-Mangels an der Pathogenese neurologischer Folgeschäden des übermäßigen Alkoholkonsums werde bisher unterschätzt, erklärte Professor Joachim Schmidt vom Institut für Angewandte Pharmakologie und klinische Pharmakotherapie in Dresden im Rahmen des 13. Interdisziplinären Kongresses für Suchtmedizin.

Thiamin steuert wichtige Enzymreaktionen

Bei Alkoholkranken führt jedoch eine unzureichende Zufuhr des Vitamins mit der Nahrung in Verbindung mit einer verminderten Resorption im Darm, einer dosisabhängigen Hemmung der aktiven Transportmechanismen und einer stark reduzierten hepatischen Speicherkapazität zu einem Thiamin-Defizit, das zusammen mit der Toxizität des Alkohols und seiner Abbauprodukte nervale Funktionen beeinträchtigt.

Thiamin steuert wichtige Enzymreaktionen, besonders im Kohlenhydratstoffwechsel, und die zu geringe Verfügbarkeit des Vitamins führt zu einem Energiemangel und zur Laktazidose in den Nerven und Gehirnzellen.

Patienten mit alkoholinduzierten Nervenschäden wie die alkoholische Polyneuropathie oder das Wernicke-Korsakow-Syndrom könnten durch die Substitution von Thiamin behandelt werden.

Dabei eigne sich besonders das lipidlösliche Thiamin-Prodrug Benfotiamin zur Therapie des Thiamin-Mangels und der damit assoziierten Erkrankungen. Es zeichnet sich im Vergleich zu wasserlöslichen Thiaminderivaten durch eine bessere enterale Resorption und eine höhere Bioverfügbarkeit aus.

Signifikante Minderung neuropathischer Beschwerden

Bei oraler Applikation erzielt es Thiamin-Spiegel im Blut und in den Geweben, die sonst nur durch die parenterale Verabreichung wasserlöslicher Thiaminderivate erreicht werden. Benfotiamin wird unabhängig von den durch Ethanol gehemmten Aufnahmeprozessen dosislinear im Darm resorbiert.

Für die Behandlung bei alkoholischer Polyneuropathie empfiehlt Schmidt initial die hochdosierte Gabe von Benfotiamin (300 bis 600 mg über 3 bis 4 Wochen) und eine anschließende Weiterbehandlung mit 150 bis 300 mg Benfotiamin über drei Monate.

In klinischen Studien führte die Behandlung mit Benfotiamin bei Patienten mit alkoholischer Polyneuropathie zu einer signifikanten Minderung neuropathischer Beschwerden wie Parästhesien, Schmerzen und sensorischen und motorischen Störungen.
***Sich auseinanderzusetzen ist gut, wenn man sich nachher wieder zusammensetzen kann.***
© Ernst Reinhardt (*1932), Dr. phil., Schweizer Publizist und Aphoristiker *** :140: mail@polyneuropathie-forum.de

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