was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

30% PNPler sind an Diabetes erkrankt.
Darum ist es jetzt an der Zeit ein Forum für die Diabetiker einzurichten, wo sie Tipps über die Erkrankung und Gleichgesinnte treffen.

Ich wünsche viel SPASS

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Norbert.W
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was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von Norbert.W » Montag 21. Juni 2010, 13:34

zunächst mal ein Hallo an Alle,

ich bin vor ein paar Tagen auf dieses Forum aufmerksam geworden und
habe mit Interesse und teilweise auch Schrecken einen Großteil der Beiträge gelesen.

Seit etwas über 2 Jahren habe ich Diabetis Typ2 und spritze Insulin.
Abends Lantus 20 BE und tagsüber BE abhängig Novo Rapid (ca. 18-25 BE insgesamt am Tag)
Mein Hb1c ist 6,7, war lange Zeit 6,2. Ich spritze meist 2 x am Tag, Mittags fast nie und falls ich
den Tag über zu Fuß unterwegs bin (Weg zur Bushaltestelle) spritze ich morgens garnicht, da ich sonst
sehr schnell extrem unterzuckert bin.
Im letzten September wurde nun PNP bei mir festgestellt, anfangs waren die Beschwerden noch recht leicht,
doch seit Februar mit konstanten Schmerzen verbunden (brennen, kribbeln, relative Taubheit gegen Temperaturunterschiede und stechenden Schmerzen)
Ich nehme zeitweise bis zu 4 IBU 600 am Tag, mindestens jedoch 2. Ohne ist ein schlafen garnicht möglich.
Da ich zudem noch Herzkrank bin durch einen schweren Herzinfarkt vor 11 Jahren und deswegen auch so einiges an Medikamenten nehmen muss,
kommt es zu Komplikationen mit der ständigen Einnahme von IBU 600.
Hinzu kommt eine hochgradige Arthrose in den Füßen, die bei Belastung in eine entzündliche umschlägt.
Ich bin Fotograf aus Leidenschaft und deshalb eigentlich sehr viel zu Fuß in der Natur unterwegs.
So langsam aber sicher verzweifel ich und weiß mir keinen Rat mehr. Die Ärzte (Diabetologe und Orthopäde) zucken nur mit den Schultern .. da kann man nicht viel machen ist die Standard Antwort.
Ich trage spez. Einlagen in den Schuhen und creme meine Füße täglich ein um dem austrocknen der Haut entgegen zu wirken.

Wie sind eure Erfahrungen, was macht ihr dagegen bzw. verschafft Linderung?
ich hab gelesen das einige hier sogar Morfine nehmen gegen die Schmerzen, da wird mir ganz anders.

lieben Gruß
Norbert
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von carmi » Montag 21. Juni 2010, 13:48

Hallo Norbert,

erst einmal :herz-will: in unserem Forum und in der Diabetikerecke.

Als ich eben Deinen Beitrag gelesen habe, habe ich vieles von mir wieder erkannt. Ich habe eigentlich das gleiche Grundproblem wie Du.
Dein HBA1C- Wert ist ja relativ gut, obwohl für uns unter 6 wirklich erstrebenswert sein sollte.
Wie ich es Deinen Aussagen entnehmen kann, warst Du noch nicht beim Neurologen. Da solltest Du unbedingt hin. Dieser wird Dir dann
hoffentlich wirksame Medikamente (wahrscheinlich Lyrica oder Cymbalta) gegen Deine Schmerzen verschreiben.

Solltest Du noch Fragen haben, kannst Du Dich gerne an mich wenden.

LG Carmi :pnp028:
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von dempster » Montag 21. Juni 2010, 13:56

Hallo Norbert,

Ibuprofen (gegen einen akuten Schmerz) bekomme ich von meinem Arzt nicht, weil der Diabetes bereits auch meine Nieren angegriffen hat und diese durch Ibuprofen noch mehr in Mitleidenschaft gezogen würden. Darum heißt mein Kurzzeitmittel Novalgin oder auch Tramadol.

Was mir gegen die allgemeien Beschwerden der diabetischen PNP gut hilft ist zum einen Liponsäure in der Dosierung von 600 mg einmal täglich sowie die Hochtontherapie. Wenn Du mal die Suchfunktion des Forums mit "Hochtontherapie" fütterst, wirst Du einige Beiträge darüber finden. Ansonsten ist es Bewegung, die mir bisher trotz der Schmerzen hilft, dass diese erträglich bleiben.
:pnp028:
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Norbert.W
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von Norbert.W » Montag 21. Juni 2010, 14:35

irgendwie ging vorhin meine Antwort in den Weiten des Systems verloren :(

@ Carmi ... ich war beim Neurologen im Okt. 2009. Festgestellt wurde eine beginnende PNP und als Therapie eine Alpha-Liponsäure Therapie, die jedoch 90€ kostet und nur Privatärztlich verordnet werden kann. Ich bin Harz IV Empfänger und da ist dies einfach nicht machbar. Ein Antrag auf Kostenübernahme wurde abgelehnt.

@ dempster .... ich habe mir jetzt so einiges hier und im WWW zur Hochtontherapie durchgelesen und es klingt ja größtenteils sehr gut. Nun muss ich halt mal sehen ob ich die Kosten irgendwie bewilligt bekomme. Am Mittwoch hab ich Termin beim Orthopäden, der selber auch alternative Methoden begrüßt, mal sehen was er da für Möglichkeiten sieht.

lieben Gruß
Norbert
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von carmi » Montag 21. Juni 2010, 15:08

Hallo Norbert,

die Alpha-Liponsäure hat mir anfangs auch geholfen. Hier ist es so, dass die Infusionen, die es da gibt, in der Klinik stätionär für 10 Tage gemacht werden. Bezahlen muss man das Zeug nur wenn man es ambulant machen lässt. Das Krankenhaustagegeld musst Du ja sicher nicht bezahlen oder? Geh trotzdem noch mal zum Neurologen. Das Medikament Cymbalta wird sehr häufig zu Bekämpfung der Beschwerden bei diab. PNP eingesetzt.

Norbert, wenn Du Lust hast, kannst Du ja mal abends in den Chat kommen. Ab spätestens 21:30 Uhr ist eigentlich fast jeden Tag jemand in der Happy Hour.

LG Carmi
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paku
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von paku » Montag 5. Juli 2010, 22:23

hallo norbert,
dampster hat ja schon einiges beschrieben. geh wirklich auch erst mal zu einem neurologen. am besten ist es natürlich so schnell wie möglich
nebenwirkungsfrei zu behandeln. das ist nun mal die hochtontherapie. die hat jedoch als nebenwirkung, das man sie bezahlen muss, aber sie hilft
in vielen fällen. es gibt aber möglichkeiten, das mal vorab zu testen. in einigen arztpraxen oder kliniken. in düsseldorf z.b.,gibt es einige neuro- und
diabetespäpste (prof. ziegler, prof. scherbaum, prof. martin etc.)z.b. in der uni. dort sollte man erst einige male die therapie testen.
unter umständen kann ich dir bei der beantragung bei deiner kr.kasse helfen. ich weiss, dass einige kassen auf den trichter gekommen sind und in einzelfallentscheidungen diese €1.550,-- gerne übernehmen, weil sie wissen, welche folgeschäden zu erwarten sind. da brauchs aber einige tips.
gebe ich gerne.

sei gegrüsst
paku

Hochlandsmiti
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von Hochlandsmiti » Dienstag 6. Juli 2010, 19:00

Lieber paku,
ich glaube, dass sich die Schmerzen der eigentlichen stoffwechselbedingten PNP kaum von der diabetischen Polyneuropathie unterscheiden (Folge der Zuckerkrankheit).
Die PNP ist ein Symptom von einer Erkrankung.

Wichtig zu wissen wäre, welche Nerven betroffen sind.
Nicht nur der Ort, sondern ob sensible oder z.B. motorische Nerven betroffen sind.

Dazu wäre zu sagen, dass Gabapentin oder Lyrica (in Zusamenhang mir starken Schmerzmitteln)
bei den Nervenschädigungen oftmals gut anschlagen.

"Die Bindung von Pregabalin an die alpha-2-delta Untereinheit reduziert den Einstrom von Kalziumionen aus dem synaptischen Spalt in die präsynaptische Nervenendigung, was eine verminderte Freisetzung der Neurotransmitter Noradrenalin, Glutamat und Substanz P zur Folge hat.
Hieraus resultiert eine verringerte Stimulation postsynaptischer Rezeptoren durch diese Neurotransmitter."

Im Prinzip unterdrückt somit Lyrica oder Gabapentin den Schmerz im Kopf.

Und ganz wichtig, wie Du weißt: die Ursache Diabetes behandeln.
Klappt es, dass Dein Diabetes gut eingestellt ist, hast Du gute Chancen, dass es Dir bald besser geht.

In diesem Sinne
liebe grüße
von Hochlandsmiti
PS: Dies ist meine persönliche Einschätzung und keine ärtzliche, sondern die eines Laien!
Ein Lächeln kostet weniger
als elektrischer Strom
und gibt mehr Licht!

katzenjammer
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von katzenjammer » Montag 25. Oktober 2010, 13:42

Wenn ich daran denke, dass ich mich schon Jahre lang mit Schmerzen rumschlage und erst jetzt erst (zum Glück) Leute finde die wissen wovon man spricht. Selbst mein Hausarzt wusste nicht
mehr weiter mit mir. Bin jetzt Anfang Nov. beim Neurologen angemeldet - mal sehen was es bringt. CIMBALTA kenne ich - nehme ich schon - hat aber diese PNP-Sache überhaupt nicht beeinflusst - d.h. keine Spur geholfen. Habe jetzt erst mal RESTEX 100mg/25mg gegen RLN bekommen, helfen aber auch nur teilweise in der Nacht, tagsüber gehe ich weiter die Wände hoch. Ansonsten - ich nehme keine Schmerzmittel - versuche ich die Schmerzen zu ignorieren - und - mit der Zeit gewöhnt man sich (fast) daran - man wird hart im Nehmen. Zumindest ich. :tschuess: katzenjammer

Omilein
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von Omilein » Donnerstag 11. November 2010, 22:30

Hallo
Ja das ist schwierig ich habe auch zusätzlich Arthrose dann wird es unangenehm leider ist es so bei Arthrose kann man nicht viel machen.
Da du gerne zu Fuß unterwegs bist würde ich erst einmal versuchen es etwas einzuschrenken.
Bei Arthrose soll man sich ja bewegen aber nur so viel wie einem gut tut.
Es ist schwierig Auseinanderzuhalten wo von die schmerzen jetzt kommen.
Die Schmerzen die mich Nachts aus dem Bett fliegen lassen und mir keinen Schlaf gönnen kommen von RLS sollte ich dann mal ein paar Stunden schlafen kann ich nicht aufstehen wegen der Arthrose,wenn ich zu lange laufe bekomme ich schlimme schmerzen in den Beinen wenn ich zuwenig laufe auch.
Die PNP bereitet mir immer schmerzen also es ist immer vorhanden mal schlimmer mal nicht.
Wie gesagt kannst du hier viel an der Ernährung tun.
Auf Medis reagiert jeder anders du wirst es ausprobieren müssen auch ich habe eine schlimme Zeit hinter mir.
Die Schmerzen kann ich etwas besser ertragen seit dem ich Morphin nehme.
Es ist nicht so schlecht wie sein Ruf.
:pnp028:

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Michel5858
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von Michel5858 » Mittwoch 13. April 2011, 11:00

ich kann omilein nur bei pflichten, in der schmerztherapie sind opioide längst nicht mehr weg zu denken und nicht so schlimm wie ihr ruf. ein schmerztherapeut hat mir einmal gesagt, diabetikern nimmt man ja auch nicht einfach ihr insulin weg. ich habe auch schon alles ausprobiert, über ibu,paracetamol,metamizol,katadolon, cerebrex u.a., bin derzeit bei 2x20 mg targin ( opioid ), das medikament macht nicht müde und man ist einigermaßen in der lage seinen alltag zu bewältigen. wobei ich dazu sagen muss, dass ich seit 2008 eu berentet bin bis zunächst juli 2013, aber an einen einstieg dann wieder in ein arbeitsleben ist bei mir nicht zu denken. ich versuche so aktiv mit meinen hunden zu sein, wie es aktuell geht, bin oft am meer, dass klima tut mir gut, da mir die medikamente anscheinend nur etwas dämpfend die schmerzen nehmen, versuche ich irgendwie mit allem klar zu kommen. manchmal komme ich mir aber bei den ärzten vor, als wäre ich im mittelalter....aussagen wie: da kann man nichts machen...man kann nur versuchen die schmerzen zu lindern....nicht reversibel....muss man aushalten....usw...usw..., da kann man schon frustiert ins leben gucken....trotzdem carpe diem : )
viele grüße michael
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paku
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Re: was macht ihr gegen die Beschwerden bei diabetischer PNP

Beitrag von paku » Freitag 5. August 2011, 13:25

hallo,

ich kann jedem, dem gesagt wird "hier kann man nichts mehr machen"
raten, einmal mit dem arzt (diabetologe oder neurologe) auf die hochtontherapie
anzusprechen. die therapie soll nebenwirkungsfrei sein. im schlimmsten fall hilft sie
nicht, aber sehr viele, auch hier im forum, profitieren bereits, so wie ich auch.
muskelaufbau, nervenstimulation, kapilargefässe, alles wird in einem behandelt.
man muss ja nicht gleich kaufen. erst mal testen. info gibt es auch unter
www.hochtonzentrum.de

liebe grüsse
paku

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