Autofahren mit Diabetes

30% PNPler sind an Diabetes erkrankt.
Darum ist es jetzt an der Zeit ein Forum für die Diabetiker einzurichten, wo sie Tipps über die Erkrankung und Gleichgesinnte treffen.

Ich wünsche viel SPASS

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carmi
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Autofahren mit Diabetes

Beitrag von carmi » Freitag 9. Juli 2010, 10:40

Liebe Freunde der "Zuckerecke",

hier mal ein Beitrag zum Auotofahren mit Diabetes von der Seite Diabetes Deutschland:
Studien zeigen, dass Diabetiker im Straßenverkehrt statistisch nicht häufiger Unfälle verursachen als Personen ohne Diabeteserkrankung auch. Trotzdem sind einzelne Menschen mit Diabetes insbesondere bei Insulintherapie wegen der Unterzuckerungsgefahr im Straßenverkehrt gefährdet. Die Kraftfahreignung dieser Patientengruppe ist daher gesetzlich reglementiert.

Treten Unterzuckerungen während des Autofahrens auf, kann die Fahrfähigkeit durch das eingeschränkte Reaktionsvermögen vorübergehend beeinträchtigt sein, bis hin zur Fahrunfähigkeit. Alkohol verstärkt die Unterzuckerungsgefahr noch zusätzlich. Es sind aber nicht alle Diabetiker gleichermaßen gefährdet: Betroffen ist vor allem, wer Insulin spritzt oder Tabletten einnimmt, welche die körpereigene Insulinausschüttung fördern (z. B. Sulfonylharnstoffe). Die typischen Warnzeichen der Unterzuckerung sind Nervosität, Schweißausbruch, Zittern, Blässe, Hungergefühl und Herzrasen. Diese Beschwerden können schon bei milden Unterzuckerungen auftreten. Bei einem weiteren Abfall des Blutzuckers machen sich die Folgen der Minderversorgung des Gehirns bemerkbar und es kommen Sehstörungen, Schwindel, Kopfschmerzen, Sprachstörungen und/oder ein Kribbeln bzw. Taubheitsgefühl hinzu. Es gibt aber auch Diabetiker, bei denen sich die Unterzuckerung so plötzlich und ohne typische Warnzeichen einstellt, dass der Betroffene nicht mehr rechtzeitig Gegenmaßnahmen ergreifen kann: er wird schlagartig handlungsunfähig, d. h. die Fahrtauglichkeit ist nicht mehr gegeben.

Insulinpflichtige Diabetiker, die einen Führerschein machen wollen, müssen sich durch einen Verkehrsmediziner untersuchen lassen. Die Fahrtauglichkeit wird bescheinigt, wenn regelmäßige Stoffwechselkontrollen und eine intensive Schulung nachgewiesen werden können. Wegen der möglichen Unterzuckerungen müssen Diabetiker jedoch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen einhalten (z. B. immer Traubenzucker o. ä. griffbereit haben).
Lediglich für Kraftfahrzeuge der Klasse II (Lastwagen, Omnibusse und andere Fahrzeuge zur Personenbeförderung) wird die Fahrerlaubnis bei insulinpflichtigem Diabetes in aller Regel nicht erteilt. Für insulinpflichtige Diabetiker, die zu schweren Unterzuckerungen neigen, besteht ein generelles Fahrverbot.
Aktuelle Gesetzesbestimmungen

Die aktuellen Gesetzesbestimmungen zur Kraftfahreignung von Diabetikern sind in der sechsten Auflage der „Begutachtungs-Leitlinien zur Kraftfahrereignung“ (2000) festgelegt. Hier heißt es u. a.:

1. „Wer als Diabetiker zu schweren Stoffwechselentgleisungen mit Hypoglykämien ... neigt, ist nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen beider Gruppen gerecht zu werden.
2. Wer nach einer Stoffwechseldekompensation erstmals oder wer überhaupt neu eingestellt wird, ist so lange nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen beider Gruppen gerecht zu werden, bis die Einstellphase durch Erreichen einer ausgeglichenen Stoffwechsellage ... abgeschlossen ist.
3. Bei ausgeglichener Stoffwechsellage sind im Umgang mit der Erkrankung informierte Diabetiker, die mit Diät, oralen Antidiabetika oder mit Insulin behandelt werden, in der Lage, Kraftfahrzeuge der Gruppe 1* sicher zu führen.
4. Wer als Diabetiker mit Insulin behandelt wird, ist in der Regel nicht in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen der Gruppe 2** gerecht zu werden. Ausnahmen setzen außergewöhnliche Umstände voraus, die in einem ausführlichen Gutachten im Einzelnen zu beschreiben sind. Neben regelmäßigen ärztlichen Kontrollen sind Nachbegutachtungen im Abstand von höchstens 2 Jahren erforderlich.
5. Diabetiker, die mit oralen Antidiabetika vom Sulfonylharnstofftyp behandelt werden, sind in der Lage, den gestellten Anforderungen zum Führen von Kraftfahrzeugen der Gruppe 2 gerecht zu werden, wenn vor der Genehmigung eine gute Stoffwechselführung ohne Hypoglykämien über etwa 3 Monate vorlag. Nachbegutachtungen sind im Abstand von höchstens 3 Jahren erforderlich.“



* Fahrzeuge der Klassen A, B, B + E (Motorräder und PKW)
** Fahrzeuge der Klassen C, C + E, D, D + E (Lkw, Omnibusse und Fahrzeuge zur Fahrgastbeförderung und Anhänger)

Ein kleiner Tip von mir: Nicht vergessen - Vor jedem Fahrtantritt Zucker messen!!!

LG Carmi
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Re: Autofahren mit Diabetes

Beitrag von largeman » Freitag 11. Februar 2011, 17:02

Ein zusätzliche Tip von mir:

Genauso wichtig wie das Messen ist das dokumentieren der ermittelten BZ-Werte mit Datum und Uhrzeit.

Gruß
Michael

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Re: Autofahren mit Diabetes

Beitrag von Omilein » Samstag 12. Februar 2011, 20:20

nach einigen Jahren wenn man gelernt hat mit seiner Krankheit umzugehen hat man im gefühl was man kann und was nicht.
Wer auf sich schaut also genau weiß wo er jetzt steht durch messen und essen der weiß auch wann er Autofahren kann.
Omilein

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Re: Autofahren mit Diabetes

Beitrag von largeman » Donnerstag 17. Februar 2011, 08:58

Omilein ich gebe Dir recht, dass man nach vielen Jahren Diabetes gelernt haben sollte auf seine Gefühle und andere Signale des Körpers zu achten.

Es ist aber so, dass wenn es zu einem Unfall kommt und wenn auch nur durch Zufall dabei jemand bemerkt, dass Du Diabetiker bis, dann wird man sofort die Ursache in einer evtl. Unterzuckerung sehen. Glaube mir! Habe diese Info non einen guten Bekannten der im gehobenen Dienst bei der Polizei ist.

Wichtig ist zu dokumentieren wie der BZ vor Fahrtantritt gewesen ist und dann idealerweise auch noch in regelmäßigen Abständen bei längeren Fahrten. Dabei ist zu beachten, dass man Datum und Uhrzeit der Messung protokolliert.

Ich habe vor Jahren mal versucht eine Unfallversicherung bei der Debeka für mich zu bekommen. Es war nicht möglich bzw. unter so bescheidenen Bedingungen, dass ich im Endeffekt nichts davon gehabt hätte! Mein Versicherungsvertreter hat klar zu verstehen gegeben, dass man bei jeden Unfall (PKW, oder auch nur beim Stolpern über z.B. über eine Bordsteinkante) immer den Diabetes als Ursache ansehen wird und ich nur Leistungen bekommen könnte, wenn ich lückenlos meine BZ-Werte nachweisen kann.

Gruß
Michael

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Re: Autofahren mit Diabetes

Beitrag von Nine » Donnerstag 17. Februar 2011, 13:25

Hallo!
Ich möchte Euch zu diesem Thema einige Links aus dem WWW hier auflisten, wo das Problem der Fahrtüchtigkeit bei Diabetes genau beschrieben wird.

1. :arrow: Autofahren mit Diabetes
2. :arrow: Autofahren und Diabetes
3. :arrow: Diabetes-Lexikon Autofahren | Diabetes Ratgeber
4. :arrow: Autofahren auch mit Diabetes ?!

5. :arrow: Schweizerische Diabetes-Gesellschaft_ Diabetes und Autofahren

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Re: Autofahren mit Diabetes

Beitrag von polypoly » Donnerstag 20. Februar 2014, 13:11

Das ist wirklich ein heiß diskutiertes Thema mit dem Autofahren. Aber keins, was Grenzen für uns setzt.
Ich hätte da mal ein etwas anderes Thema anzuknüpfen, was Reisen, sei es mit dem Auto oder Flugzeug angeht. Wie kann ich mich bei Reisen
im Ausland versichern? Schließlich kann jederzeit etwas passieren und man möchte dann nicht in die Situation gelangen, wo dann Kosten nicht
übernommen werden, sodass es dann für einen die persönlich die finanzielle Grenze sprengt. Soll man sich da am besten eine zusätzliche Krankenversicherung
machen? Ich habe aber auch gehört, dass gewisse Vorerkrankungen, wie auch die chronische Erkrankung Diabetes, ausgeschlossen sind, sodass man
dann als betroffener Mensch schlechte Karten hat. Ich habe angefangen mich damit zu beschäftigen, weil ich doch das Reisen nicht aufgeben möchte.
Ich habe mich im Internet mal umgesehen und habe z.B. auf dieser Seite (hier) einige
Warentests durchgelesen. Aber wohin kann ich mich am besten wenden, wenn ich diese Frage klären möchte?

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carmi
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Re: Autofahren mit Diabetes

Beitrag von carmi » Montag 26. Mai 2014, 01:51

Hallo polypoly,

es gibt extra für Reisen Auslandsreiseversicherungen und bei mir wurden bisher keine Einschränkungen gemacht. Sicher ist das von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich. Ich denke dass man schon Vergleichsangebote einholen sollte, dann bist du auf der sicheren Seite.
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