Diabetische PNP und HBA1c

30% PNPler sind an Diabetes erkrankt.
Darum ist es jetzt an der Zeit ein Forum für die Diabetiker einzurichten, wo sie Tipps über die Erkrankung und Gleichgesinnte treffen.

Ich wünsche viel SPASS

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Ben84
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Diabetische PNP und HBA1c

Beitrag von Ben84 » Samstag 30. Juli 2011, 20:51

Hallo, ich habe eine Frage, die wahrscheinlich viele von uns beschäftigt:
Welches HBA1c sollte ein diabetischer Pnpler anstreben?
Meine Analyse vor zwei Wochen ergab einen HBA1c von 6.4% mit Blutzucker nüchtern bei 1.12g/l. Mein Arzt weiss dass ich PNP habe, sagt mir aber dieser Wert wäre für mich sehr gut (bin 65). Ich versuche noch immer rauszufinden wo meine PNP herkommt, Diabetes mellitus 2 schliesse ich nicht aus, da mein HBA1c vor 10 Jahren über 7% war und das während zwei Jahren, erst nachher nahm ich Medikamente die ich aber 2007 absetzte (oft im Unterzucker) und versuche den Blutzucker zu steuern was mir schlecht gelingt, da ich hohe Tagesschwankungen habe (< 0.8 bis > 1.6 g/l).
Letztes Jahr hat man mir die Schilddrüse weggenommen was die Kontrolle nicht einfacher macht.
Ich glaube auch zu merken dass meine Kribbelparästhesie (besonders im Gesicht) von diesen Schwankungen abhängt, da sie besonders nach den Mahlzeiten zunimmt.
Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen?
Ich denke mein Arzt hat recht für einen Gesunden, glaube aber es wäre für mich besser wieder unter 6% zu sein, so wie es in diesem Forum schon erwähnt wurde oder?

Herzliche Grüsse

Benny

Merline
Beiträge: 232
Registriert: Donnerstag 18. Februar 2010, 15:13
Deine Diagnose: Sensomotorische axonale PNP
Wohnort: Hamburg

Re: Diabetische PNP und HBA1c

Beitrag von Merline » Freitag 9. September 2011, 10:14

Mein lieber Ben,
Deine Frage soll hier nicht unbeantwortet bleiben, daher habe ich ein wenig gegoogelt. Unter http://www.deutsche-diabetes-gesellscha ... e_2004.pdf findet sich folgender Text:
Bei allen Patienten muss unter Berücksichtigung der individuellen Therapieziele die Diabetestherapie intensiviert werden [Härtegrad A]. Dadurch kann bei Typ 1 Diabetes das Auftreten einer klinisch manifesten Neuropathie verhindert [DCCT
Research Group, 1993, EK IIb; Amthor et al., 1994, EK Ib; Reichard et al., 1996, EK Ib] bzw. eine Progression verlangsamt werden [DCCT Research Group, 1993, EK IIb; Ohkubo et al., 1995, EK Ib; Lauritzen et al., 1985, EK Ib ]. Bei Typ 2 Diabetes konnte ein relevanter positiver Einfluss bislang nicht eindeutig gesichert werden [Ohkubo et al., 1995, EK Ib; Gaede et al., 1999 und2003, EK Ib; UKPDS 33, 1998, EK Ib]. Als Zielkriterium wird in einem Positionspapier der amerikanischen Diabetes-Gesellschaft ein HbA1c-Wert unter 7,0 Prozent und unter besonderer Beachtung des Hypoglykämierisikos unter 6,0 Prozent angegeben [American Diabetes Association, 2004, EK IV]. Nach europäischen Empfehlungen ist für das HbA1c ein Zielwert von 6,5 Prozent anzustreben [European Diabetes Policy Group, 1999, EK IV]. Die Optimierung der Diabeteseinstellung ist der alleinige allgemein akzeptierte Kausalansatz zur Prävention und Therapie [Haslbeck, 1996, EK IV; 1997, EK IV].
Bei allen Diabetestypen müssen Risikofaktoren (siehe Tabelle 3) erfasst und ggf.therapiert werden [Härtegrad A].
Wichtig ist immer der Hinweis, dass sich neuropathische Symptome unterschiedlicher Schweregrade innerhalb von Wochen spontan bessern können [Härtegrad A].
Alles Liebe, :pnp028:, Merline
Das Leben ist eine Herausforderung - nimm sie an!

Ben84
Beiträge: 12
Registriert: Mittwoch 8. Juni 2011, 21:18

Re: Diabetische PNP und HBA1c

Beitrag von Ben84 » Samstag 18. Februar 2012, 18:53

Liebe Merline,
ich schäme mich während 5 Monaten nicht mehr im Forum gewesen zu sein und dann Deinen interessanten Beitrag zu finden. Der Grund (nicht die Entschuldigung) war dass ich letztes Jahr im August mit der Familie in der Schweiz war; im Grunde genommen wollte ich absagen wegen des schlechten Gehens, dann aber habe ich einige Bergtouren hingelegt besser wie vor 10 Jahren? Könnte ja eine Hoffnung für die Mitleidenden sein, dass man mehr schafft wie man sich zutraut oder aber einen Hinweis auf Hypochondrie meinerseits; letzteres glaube ich ist das Urteil meines engeren Familienkreises.
Ich habe Dir viel zu verdanken unter anderen, zwei mögliche Erkenntnisse:
Beim dem B6 Neuropathie Thema hat Du mich darauf hingewiesen dass Parästhesien auch durch Hypothyreose hervorgerufen werden können. Dass ich keine Schilddrüse mehr habe und vielleicht nie richtig auf T4 eingestellt wurde, gibt mir mittlerweile zu bedenken!
Was Du über HBA1c rausgefunden hast ist super denn es erlaubt mir eine Parallele: Ich leide an vererbter Gicht und hätte chronisches Zipperlein wenn ich die Harnsäure nicht unter normal halten würde. Dasselbe könnte ja für eine diabetische PNP gelten, also HBA1c möglichst tief halten?
Ich sollte aber hier nicht Doktor spielen denn im Alter kann Unterzucker gefährlicher werden wie etwas zuviel!
Mit den besten Grüssen aus Luxemburg

Dein Benny

Biggi
Beiträge: 378
Registriert: Freitag 5. Dezember 2008, 16:55

Re: Diabetische PNP und HBA1c

Beitrag von Biggi » Freitag 24. August 2012, 12:20

Ich möchte hier gerne noch etwas dazufügen.

Bei einer diabetischen PNP sollte der HbA1C (Langzeitwert) um 6,0 liegen. Manche Diabetiker liegen sogar bei 5,5 %. Das erreicht man eigentlich nur, wenn man möglichst kohlehydratarm isst und genau das ist wünschenswert bei PNP. Es zahlt sich aus und man spürt es, wenn der Zucker auf ständig niedrigem Niveau liegt.

Der HbA1c ist ja lediglich eine grobe Richtlinie beim Diabetiker und steht für den Durchschnitt aller täglichen Blutzucker, die länger als 3-4 Stunden anhalten.

Aber mit dem HbA1c ist es eigentlich nicht getan, denn die Blutzuckerspitzen nach jedem Essen können durchaus reichen, um eine PNP zu entwickeln bzw. zu verschlimmern. Auch hier gilt, der Blutzucker, gemessen zwei Stunden nach dem Essen, sollte k e i n e s f a l l s den Wert von 140, besser noch 120, übersteigen.

mohsin123
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Beiträge: 1
Registriert: Mittwoch 30. Oktober 2013, 11:55

Re: Diabetische PNP und HBA1c

Beitrag von mohsin123 » Mittwoch 30. Oktober 2013, 11:58

Aber mit dem HbA1c ist es eigentlich nicht getan, denn die Blutzuckerspitzen nach jedem Essen können durchaus reichen, um eine PNP zu entwickeln bzw. zu verschlimmern. Auch hier gilt, der Blutzucker, gemessen zwei Stunden nach dem Essen, sollte k e i n e s f a l l s den Wert von 140, besser noch 120, übersteigen.

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