Diabetische PNP kurz vorm verzweifeln

30% PNPler sind an Diabetes erkrankt.
Darum ist es jetzt an der Zeit ein Forum für die Diabetiker einzurichten, wo sie Tipps über die Erkrankung und Gleichgesinnte treffen.

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Andeeey
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Diabetische PNP kurz vorm verzweifeln

Beitrag von Andeeey » Montag 13. April 2015, 17:04

Hallo allerseits,

ich denke, ich erzähle erstmal ein wenig von mir und meiner Diagnose...

Vor gut einem Monat wurde bei mir Diabetes Typ 2 inklusive einer Polyneuropathie im rechten Fuß/Bein festgestellt.
Seit 2-3 Jahren lebte ich stets über meine Verhältnisse. Habe meinem Körper mehr zu gemutet, als dieser eigentlich verkraften konnte. Das fing alles mit übermäßigen arbeiten an (Sicherheitsbranche bis zu 250h/Monat), wodrunter meine Ernährung am allermeisten litt. Cola, Süßigkeiten, FastFood... Ich denke die meisten hier wissen wovon ich rede. Aber auch dem Alkohol an Wochenenden war ich nicht abgeneigt. Nunja, nach auslaufen meines Arbeitsvertrages vor rund einem Jahr bin ich nun arbeitslos und ließ mich noch mehr gehen als zuvor. Habe mir nie groß Gedanken gemacht. Nun bekomm ich die Quittung dafür und zwar volle Breitseite...

Eigentlich war mir schon vor ein paar Monaten bewusst, dass mit meinem Körper etwas nicht stimmt. Ich hatte auf einmal unheimliches verlangen nach Süßem. Cola/Limo, Eis, Süßigkeiten... Egal hauptsache Zucker. Vor rund 8 Wochen fing dann dieses ständige kribbeln in den Zehen des rechten Fußes an. Anfangs nur Abends, wenn ich zur Ruhe kam und im Bett lag. Kurze Zeit später auch beim Sitzen. Zudem hatte ich unheimliche Probleme beim Treppen bzw. Berge hoch gehen. Mir fehlte teilweise einfach die Kraft und nach zwei Etagen war ich bereits völlig fertig. Eigentlich hat sich das Ganze von Tag zu Tag verschlechtert. Meinen absoluten Tiefpunkt erreicht habe ich vor 5 Wochen. Beim aus dem Auto aussteigen ist mir mein Bein weggesackt und zack da lag ich da aufm Aldi Parkplatz und kam aus eigener Kraft nicht mehr hoch. Zum Glück war mein Vater dabei und ein sehr hilfsbereiter Herr, die mich dann vom Boden aufgesammelt haben.
Dieser Vorfall war wohl eher mein Glück. Wahrscheinlich wäre ich sonst nie zum Arzt gegangen.

Mein Hausarzt diagnostizierte dann Diabetes und wies mich direkt ins KH ein.
Dort angekommen schaffte ich es dann mich erneut voll auf die Fresse zu legen. Wieder sackte mein Bein ein und ich bin so unglücklich gefallen, dass ich mir den Arm angebrochen habe.
Seitdem habe ich bei jedem Schritt Angst. Richtige Panikanfälle, wenn ich großräumige Flächen ohne Gelegenheit zur Not mich fest halten zu können, durchqueren muss.
Seit 3 Wochen bin ich nun wieder zuhause und nehme absolut nicht mehr am normalen Leben teil. Vermeide es soweit es geht alleine raus zu gehen und wenn ich dann doch mal zu Arztbesuchen etc raus muss, dann hab ich immer jemanden bei mir, der auf mich aufpasst. Teilweise bin ich verdammt wackelig auf den Beinen. Die erste Zeit wurde mir auch ständig schwindelig. Laut meinem Arzt ist dies aber auf die Medikamente (Metformin/Jardience) und dem Insulin zurückzuführen. Mein Körper sei es einfach nicht mehr gewohnt nen halbwegs normalen Blutzuckerspiegel zu haben. Die Sache mit dem Bein müssten wir beobachten blablablaaaa...

Heute bin ich manchmal echt verzweifelt. Es bessert sich einfach nicht. Zumindest nicht annähernd Richtung Normalität. Einzige Besserung, die ich selber feststellen konnte, dass die Kraft langsam zurück kehrt. Aufstehen nach dem Sitzen klappt schon echt besser. Aber alles andere lässt mich arg zweifeln. Ich will doch einfach nur wieder ganz normal raus gehen können, Sport machen und all die Dinge, die ich früher auch machen konnte.

Mir ist bewusst, dass ich mir die Suppe selbst eingebrockt habe und diese auch wieder auslöffeln muss, aber könnt ihr mir irgendwelche Tipps geben? Inwiefern kann ich selber darauf einwirken? Gibt es irgendwelche besonderen Behandlungsmethoden, die bei euch erfolgreich waren? Eventuell eine Reha in Erwägung ziehen? Fragen über Fragen auf die ich momentan keine Antwort weiss... :(

LG
Andy

Biggi
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Re: Diabetische PNP kurz vorm verzweifeln

Beitrag von Biggi » Dienstag 14. April 2015, 07:43

Hallo Andey,

habe Dir bereits in Deinem anderen Beitrag geantwortet. Wie ich lese, spritzt Du bereits Insulin nur Langzeitinsulin oder auch Insulin zu den Mahlzeiten ?
Wie hoch ist Dein Hba1c ? Der morgentliche Nüchternwert ?
Du wirst das nur wieder in den Griff bekommen, wenn Du auf die Kohlehydrate weitgehend verzichtest. Dann werden sich die Nervenschäden langsam bessern.
Kennst Du das Logi-Forum, dort gibt es einen Diabetesteil, wo auch viele Insuliner angemeldet sind. Schau mal rein … www.forum.logimethode.de

LG
Biggi

Andeeey
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Re: Diabetische PNP kurz vorm verzweifeln

Beitrag von Andeeey » Mittwoch 15. April 2015, 19:58

Hallo Biggi,

Insulin spritz ich nun seitdem ich im KH lag. Spritze nur zu den Mahlzeiten.
Hba1c ist der Langzeitzuckerwert oder? Wie der momentan liegt weiß ich nicht. Im KH lag der bei 12,7. Also doppelt so hoch wie er eigentlich sein sollte. Kann man sich den auch selber ausrechnen?
Mein nüchterner Morgenwert liegt immer etwa zwischen 100-120 (+/- 5). In dem Rahmen bleib ich mittlerweile auch den Tag über. Ganz selten hab ich mal nen Wert so um die 140.
Kohlenhydrate bzw. zu viel davon versuche ich weitesgehend zu vermeiden. Lediglich zum Frühstück trinke ich mal so nen Instanteiskaffee oder ess mal nen Fruchtjoghurt. Hätte nicht gedacht, dass ich dazu fähig bin das so strikt durchzuziehen. Habe in den 5 Wochen schon knapp 20Kg runter. Weitere 30 sollen noch folgen...

Habe nun die Nachricht bekommen, dass ich in 2 Wochen ein verdammt wichtiges Vorstellungsgespräch habe. Davon hängt einiges ab. Hoffe, dass sich bis dahin eine Besserung zeigt. Hast du eventuell noch weitere Tipps für mich, die sich auch zuhause anwenden lassen? Morgen habe ich den ersten Termin bei einer Diabetes Fachärztin. Inwiefern kann die mir unterstützend mit Medikamenten, ambulanten Therapiemöglichkeiten oder dergleichen unter die Arme greifen?

LG
Andy

Biggi
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Re: Diabetische PNP kurz vorm verzweifeln

Beitrag von Biggi » Dienstag 21. April 2015, 18:30

Hallo Andy,

Hba1c ist der Langzeitzuckerwert ja und der sollte bei Diabetiker mit PNP unter 6 liegen. Bei mir liegt er bei 5,4.
Nein, den kann man nicht selber ausrechnen, denn der HBA1c-Wert ist der Durchschnitt ALLER alltäglichen BZs, die länger als 3-4 Stunden anhalten und das ca. der letzten 8 Wochen.
Der Nüchternwert sollte bei einem PNPler auf jeden Fall unter 100 liegen. Wundert mich etwas, daß Du kein Langzeitinsulin bekommen hast.
20 kg in 5 Wochen ist schon beachtlich, aber Du scheinst auch was „angesammelt“ zu haben, wenn Du 50 kg abspecken willst. Jaja, die Nervenschmerzen bzw. weitere Verschlimmerung lassen jemanden schon bei der Stange bleiben, denn der Weg bei diab. PNP geht nur über die Ernährung und natürlich Bewegung – soweit es möglich ist. Viel Bewegung und weniger spritzen müssen – weniger Medikamente einnehmen, Streß vermeiden, denn Streß erhöht die Zuckerwerte. Und erhöhte Zuckerwerte verschlechtern langsam aber sicher eine PNP.

Wie willst Du eigentlich arbeiten mit Panikanfällen und dem Bein, das Dir wegsackt ?

LG
Biggi

Andeeey
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Re: Diabetische PNP kurz vorm verzweifeln

Beitrag von Andeeey » Mittwoch 22. April 2015, 13:10

Huhu Biggi,

die letzten Tage hat sich das Ganze noch einmal ein wenig gebessert. Schaffe nun mehrere Wege und auch draußen im Freien fällt es mir ein wenig leichter. Einzig bleibt noch etwas Angst vorm Sturz. Denke aber, dass sich das mit der Zeit auch in den Griff kriegen lässt. Generell habe ich keine Schmerzen im Fuß. Das kribbeln ist mittlerweile nur noch die Seltenheit. Lediglich fühlt es sich manchmal an, als wär mein Bein nicht im Vollbesitz seiner Kräfte. Aber auch die kommt langsam wieder.

Ja du hast recht. Über die Jahre hat sich nen bisschen was an Körpermasse angesammelt. Wiege aktuell 145 Kg bei einer Körpergröße von genau 2m. Nochmal 30 weniger und ich wäre vollkommen zufrieden. Die Gewichtsreduktion spiegelt sich auch in meinen Zuckerwerten wieder. Die Werte vorm Essen scheinen sich langsam bei um die 100 einzupendeln. Werde meine Diabetologin beim nächsten Termin mal auf den HBA1C-Wert anhauen. Der sollte sich ja mittlerweile deutlich nach unten korrigiert haben oder?

LG
Andy

Biggi
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Re: Diabetische PNP kurz vorm verzweifeln

Beitrag von Biggi » Mittwoch 22. April 2015, 17:43

Hallo Andy,

HbA1C wird eigentlich nur alle 3 Monate gemessen, denn nach 4 Wochen erneut messen bringt ja nichts, da würden ja noch die hohen Zuckerwerte mit einfließen, weil der HbA1C wie ein Langzeitgedächtnis funktioniert und Werte der letzten 8 Wochen einfließen.
Achte einfach auf Deine Nachessenswerte, die nie höher als 140 liegen sollten, besser noch 120. Das funktioniert eigentlich nur mit kohlehydratarmer Ernährung. Dann wird weitere Besserung erfolgen.

LG
Biggi

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