Lähmung des Nervus peronaeus

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Chiaro
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Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von Chiaro » Montag 16. Oktober 2017, 15:22

Hallo,

Ende August bekam ich eine Zosterinfektion am rechten Fuß und Unterschenkel. Es begann mit "gefühlten" Ischiasschmerzen, die sich bis in das rechte Bein zogen. Danach bekam ich Schmerzen, Bläschen und Ausschlag an der Fußsohle, Fuß und Wadenbein.

Da ich immer noch Schmerzen und Taubheitsgefühle und eine Fußheberschwäche habe, konnte ich heute einen Termin beim Neurologen wahrnehmen. Nach eingehender Untersuchung wurde noch zusätzlich zu den Zosterbeschwerden eine Lähmung des Nervus peronaeus diagnostiziert.

Der Arzt empfiehlt eine konsequente Schmerztherapie. Entweder habe ich es nicht richtig verstanden, wie diese aussehen sollte oder er hat es nicht explizit genannt. Ich weiß nun nicht, ob ich nun weiterhin Schmerztabletten (Paracetamol 1000 mg Zäpfchen) oder einen Schmerztherapeuten aufsuchen sollte.

Weiterhin verschrieb er KG und eine Peronaeusschiene.
Außerdem mache ich Überlegungen dahingehend, ob ein Verschlimmerungsantrag zur Schwerbehinderung Erfolg hätte, da ich gehbehindert bin. 40 GdB habe ich schon. Der Arzt hat sich zu meiner Frage nicht geäußert.


LG Chiaro

KMartin1
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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von KMartin1 » Montag 16. Oktober 2017, 17:03

Hallo Chiaro, warst du schon mal in einer Fachklinik für Neurologische bzw. Neuromuskuläre Erkrankungen am besten in einer UNI-Klinik um dir eine Zweitmeinung einzuholen oder um weiterführende Untersuchungen machen zu lassen, gegebenenfalls deine Diagnose(n) zu sichern

Einen Schmerztherapeuten zu Rate zu ziehen ist sicher empfehlenswert, wegen der Wartezeiten könntest deinen Neurologen da Bitten, für dich einen Termin vereinbaren. (Baldmöglichst)

Einen Verschlimmerungsantrag zur Schwerbehinderung solltest du auf jedenfall stellen mit Erhöhung auf z.B. GdB 60° Merkzeichen G, seit wann hast du denn die Gleichstellung mit einem Schwerbehinderten von 40° GdB.

Gruß, Martin

Chiaro
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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von Chiaro » Montag 16. Oktober 2017, 18:25

Hallo Martin,

vielen Dank für den Hinweis, eine Fachklinik und einen Schmerztherapeuten aufzusuchen.
Ich werde morgen mal schauen, ob es in der Nähe Fachärzte gibt. Ich habe ja Probleme mit dem Auto fahren und mein Mann steht nicht immer zur Verfügung.

Die Schwerbehinderung wurde schon vor mehreren Jahren festgestellt.


Gruß Chiaro

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Nine
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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von Nine » Freitag 20. Oktober 2017, 18:00

Hallo Chiaro!

1.) Thema: Schmerzbehandlung
Eine frühzeitig einsetzende Schmerztherapie bei einer Herpes zoster Infektion ist sehr wichtig um zu vermeiden , dass die Beschwerden chronisch werden, helfen können Medikamente die zur Therapie "neuropathischer" Schmerzen eingesetzt werden.
Eigentlich hätte der Neurologe, bzw. dein behandelnde Hausarzt schon mit einer konsequenten Schmerzbehandlung beginnen sollen.
Für die Behandlung leichterer Schmerzen im Akutstadium eignen sich Analgetika und nicht steroidale Antirheumatika wie Paracetamol, Ibuprofen oder Diclofenac. Lassen sich die Schmerzen damit nicht ausreichend lindern, ist es wichtig, rasch auf stärker wirksame Arzneimittel wie Opioide zu wechseln und Coanalgetika wie trizyklische Antidepressiva oder Antiepileptika hinzuzugeben.
Schmerzbehandlung bei Herpes Zoster
Schmerzmittel bei Gürtelrose

Zum Thema Perenäusparese schreibe ich dir später mehr.

Liebe Grüße NinE
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Chiaro
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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von Chiaro » Freitag 20. Oktober 2017, 20:35

Am Montag habe ich einen Termin bei einem Schmerztherapeuten. Diclofenac habe ich nicht vertragen.

Chiaro
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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von Chiaro » Montag 23. Oktober 2017, 17:03

Die Schmerztherapeutin hat Amitriptylin und Novaminsulfon Tropfen verschrieben. Falls keine Besserung eintritt wird noch ein Versuch mit Capsaicin gemacht.

strauss
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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von strauss » Montag 23. Oktober 2017, 21:27

Hallo,

welche Schwierigkeiten hattest du mit Dyclo (ich nehmer 75 mg Kapseln sporadisch seit ca. 1 Jahr) ?

Habe bisher eigentlich konkret keine Nw bemerkt -.

KMartin1
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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von KMartin1 » Dienstag 24. Oktober 2017, 08:46

Hallo Chiaro, möchte dich nicht verunsichern, nur soviel, dieses Novaminsulfon (Wirkstoff Metamizol) wird aufgrund der (möglichen Lebensbedrohlichen) Nebenwirkungen nur noch sehr sehr selten verordnet, eigentlich gar nicht, es wird nur noch gerne ? in Krankenhäusern verwendet.

Da du ja das Diclo nicht vertragen hast sollte das Novamin nicht in Betracht kommen, weiß dein Schmerztherapeut das du Das Diclo nicht vertragen hast ??

Es gibt da doch Medis deren Wirkung bei Nervenschmerz nachgewiesen ist wenn auch keine völlige Schmerzfreiheit gesichert ist, hat der Arzt dein(e) Befund(e) in Augenschein genommen ?

Dieseer Schmerztherapeut scheint mit deiner Situation eher nicht vertraut zu sein, kann mich selbstverständlich auch irren. Bin kein Arzt hab nur so meine Erfahrungen machen dürfen in den vergangenen 25 Jahren.

Lass dir in Regelmäßigen Abständen ein Blutbild machen !! (GANZ WICHTIG)

Chiaro
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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von Chiaro » Dienstag 24. Oktober 2017, 10:22

Hallo strauss,

von Diclofenac bekam ich Übelkeit, Durchfall und Muskelzuckungen. Da ich Notfallpatient bin und täglich 10 mg Prednisolon nehmen muss, war mir das zu gefährlich.

Hallo Martin,
vielen Dank für die Info. Ich weiß, dass Novaminsulfon sehr umstritten ist und ich werde demnächst ein Blutbild machen lassen.

LG Chiaro

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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von Chiaro » Donnerstag 26. Oktober 2017, 17:31

Heute hatte die Schmerzklinik einen Infotag angeboten, an dem ich teilgenommen habe.
Es wurde mir angeraten, die bisherige Therapie fortzuführen (KG und Schmerzmedikamente). Falls keine Besserung eintritt, wurde entweder ein stationärer Aufenthalt oder eine Therapie in der Tagesklinik angeboten.

Chiaro
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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von Chiaro » Freitag 27. Oktober 2017, 11:24

Bei meinen Recherchen habe ich nachstehende Kontraindikationen gefunden:
Amitriptylin sollte bei einer Herzinsuffizienz nicht gegeben werden. Außerdem kann es eine Schilddrüsen-Überfunktion und Augendruck begünstigen. Ich habe Morbus Basedow und Endokrine Orbitopathie.
Fazit: Ich muss es wieder absetzen.

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Re: Lähmung des Nervus peronaeus

Beitrag von Chiaro » Samstag 4. November 2017, 09:43

Auf Empfehlung habe ich das Schmerzöl Aconit von WALA bestellt. Ich hoffe, dass es hilft.

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