Polyneuropathie - Diagnose korrekt?

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HansDampf
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Polyneuropathie - Diagnose korrekt?

Beitrag von HansDampf » Dienstag 5. Februar 2013, 23:03

Liebes Forum,

ich habe über Google zu euch gefunden, bin selbst 25 Jahre alt, Nichtraucher, Sportler und trinke gerne mal einen über den Durst, wenn ich feiern gehe. Nachdem ich bei 3 verschiedenen Neurologen war, die nichts gefunden haben, hat die letzte Neurologin Polyneuropathie bei mir diagnostiziert, mich aber ohne weitere Infos nach Hause geschickt, da meine Beschwerden (bis jetzt?) nicht sonderlich schlimm sind. Ich plane einen weiteren Arztbesuch, dennoch wollte ich hier mal den Dialog suchen, da sich hier mit Sicherheit einige Experten herumtreiben.

Während meines zwölften Lebensjahres hat es angefangen, dass ich bevorzugt nachts Zuckungen an verschiedenen Körperstellen bekommen habe. Nicht dieses normale Einschlafaufschrecken, sondern Muskel-/Nervenzuckungen an unterschiedlichen Stellen, die nach einiger Zeit (Wochen bis Monaten) gewandert sind (zum nächsten Muskel). Ich habe mir damals in meiner kindlichen Einbildung immer vorgestellt, dass es solange an der Stelle zuckt, bis irgendetwas fertig ist. So lief das bis zum heutigen Tag. Früher trat dieses Zucken nur selten auf, heute zuckt es auch tagsüber und an mehreren Stellen gleichzeitig. Zum Teil an den unmöglichsten Stellen, z.B zuckt es aktuell bevorzugt zwischen meinen Augenbrauen direkt über dem Nasenrücken. Außerdem plagt mich seit einigen Monaten vor allem nachts relativ starkes Zucken im Bauchmuskelbereich, welches beim Einschlafen manchmal nervt. Schmerzen hatte ich bisher nicht, bis auf einen Tag, am dem im Sitzen ein Nerv/Muskel unterhalb meines linken Unterschenkels so heftig gezuckt hat, dass mein ganzes Bein mehrmals heftig ausgeschlagen hat. Das war aber eine absolute Ausnahme, welche mich aber letztendlich dazu trieb, einen Arzt aufzusuchen. Mittlerweile ist dieses Zucken für mich zur psychologischen Belastung geworden, da kein Arzt eine konkrete Diagnose stellt und ich mich dementsprechend ein wenig hilflos fühle.

Seit ca. 2 Jahren habe ich außerdem ein dauerhaftes Nervenzucken in meinen Zehen, meinen Händen und irgendwie in meinem Kopf. Wenn ich auf dem Rücken liege und den Kopf nach rechts zur Seite neige, vernehme ich ca. alle 4-5 Sekunden ein Nervenzucken (Knackgeräusch). In den Händen und Füßen ist es auch krass: Wenn ich eine Faust balle oder die Zehen nach innen ziehe, merke ich wie die Nerven zucken. Hält man ein Stethoskop an meinen Handrücken vernimmt man ca. alle 2-3 Sekunden ein Nervenzucken, dass sich wie ein "Knacken" anhört. Mir ist diese Form des Zuckens beim Telefonieren aufgefallen. Durch den Telefonhörer wurde das Knacken in mein Ohr weitergeleitet, während ich mich wunderte, warum die Leitung denn so knacke.

Die Neurologin hat festgestellt, dass ich vor allem an den Füßen und Händen weniger sensibel bin. Mithilfe dieses Pieks-Rädchen stellte sich heraus, dass ich vor allem an den Fuß- und Handenden nicht sehr viel spüre, was mir bis dato überhaupt nicht aufgefallen ist. Aber ansonsten habe ich kaum Probleme. Auch nicht in der Koordination o.Ä, mir ist bisher jedenfalls nichts sonderliches aufgefallen.

Meine Frage: Sind das typische Symptome für PNP, oder klingt das nach etwas anderem? Bis auf einen sehr niedrigen Vitamin B12-Spiegel im Blutbild, der mittlerweile durch Ankermann B12 angehoben wurde, wurde nichts weiter Auffälliges gefunden.

Über Antworten würde ich mich sehr freuen!

Beste Grüße
HansDampf

p.s Eigentlich wollte ich das ins "Allgemeines, Neuvorstellungen, Krankengeschichten" posten. Ich würde mich freuen, wenn ein Admin/Mod das dorthin verschieben würde!

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Nata
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Deine Diagnose: sensomotorische axonale PNP

Re: Polyneuropathie - Diagnose korrekt?

Beitrag von Nata » Mittwoch 6. Februar 2013, 20:26

Hallo HansDampf!

Also ein Muskelzucken kann schon für eine PNP sprechen, aber alleine ohne irgendwelche anderen Beschwerden hört es sich für mich zumindest schon etwas unüblich an. (und du hast das ja schon seit du 12 Jahre alt bist)
Und sonst wurde gar nichts gefunden? Die Neurologin hat doch bestimmt eine Nervenleitgeschwindigkeit machen lassen? Da bekommt man kurze Stromstöße, die die Schnelligkeit der Nerven messen. Denn nur mit dem Sensibilitätstest an den Füßen ist es ja eigentlich mit der Untersuchung noch nicht getan.
Ein B12-Mangel kann definitiv eine PNP auslösen. Sofern es daran lag und der Mangel jetzt behoben wurde, wird es trozdem sehr lange dauern, bis der Nervenschaden behoben ist. (Je nachdem, wie lange die Krankheit schon "arbeiten" konnte, kann es Jahre dauern,bis alles wieder in Ordnung ist)
Vielleicht kannst du ja kurz erzählen, welche Tests bis jetzt gemacht wurden und welche Sachen im Blutbild angeschaut wurden. Manchmal werden da einige Sachen vergessen. (Normalerweise schaut man sich Leber- und Nierenfunktion, B12, Folsäure, B1, B6, Kalium, Kalzium, Magnesium[bei Mangel entstehen Muskelzuckungen] und Langzeitblutzucker [um Diabetes festzustellen] an)

Du sagst du trinkst gerne mal. Wenn du jeden Tag Alkohol trinkst, kann das definitiv auch die Ursache sein. Alkohol ist ein absolutes Nervengift, du solltest mal versuchen mehrere Wochen/Monate abstinent zu sein um zu sehen ob sich deine Beschwerden bessern. Viele Menschen hier in diesem Forum haben sofort Beschwerden, wenn sie Alkohol trinken, auch wenn es "nur" mal ein Glas Wein ist.

Übrigens: Das Muskelzucken bei den Bauchmuskeln kenne ich auch, das fühlt sich echt abgefahren an :lol:

Liebe Grüße

Biggi
Beiträge: 395
Registriert: Freitag 5. Dezember 2008, 16:55

Re: Polyneuropathie - Diagnose korrekt?

Beitrag von Biggi » Donnerstag 7. Februar 2013, 09:12

Hallo Hans,

für mich klingt das nicht so recht nach PNP und einige andere Krankheiten gehen auch mit Muskelzuckungen/Tics einher.

Aber ich geb Nata völlig Recht, Alkohol gilt als Gift für die Nerven und ich denke, Du wirst nach Alkohol mehr Beschwerden haben oder ?

Du solltest aber auch unbedingt Deinen Magnesiumgehalt im Blut messen lassen, Magnesium kann Muskelzuckungen verringern oder auch beseitigen uuund Alkohol ist ein „Magnesiumräuber“, sprich Du dürftest mit Alkoholgenuß einen höheren Bedarf an Magnesium haben. Dazu noch Sportler, der ebenfalls mehr Magnesium braucht.

Das fällt mir jetzt erst mal dazu ein …

LG
Biggi

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