Meine MMN und meine Heilung

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chris65
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Meine MMN und meine Heilung

Beitrag von chris65 » Montag 14. Juni 2010, 16:04

Hallo,
wie versprochen meine Krankheitsgeschichte:

Alles hat im Januar 2004 mit einer Fußheberschwäche rechts begonnen. Ich bin sehr bald zu meinem Hausarzt und wurde von ihm zum Orthopäden, zum CT und zum Neurologen geschickt. Das erstreckte sich über mehrere Monate, aber ohne Ergebnis. Dann wurde ich an einen "Spezialisten" für Borreliose überweisen, der diese auch bestätigt hat. Daraufhin wurde mit einer 4-wöchigen täglichen Rozephin-Infusion (Antibiotikum) begonnen. Während dieser Zeit haben sich jedoch die Symptome (mittlerweile auch Kraftverlust an der linken Hand) weiter verschlechtert. Da ich ziemlich am Boden war, hat mich mein Hausarzt an eine neurologische Tagesklinik zur Lumbalpunktion überwiesen. Da wurde festgestellt, dass ich auf keinen Fall Borreliose hätte, aber was es war konnten die mir auch nicht sagen. Allerdings wurde ich noch einmal einbestellt zu einer Nervenmessung durch den Oberarzt. Dadurch wurde dann die MMN erkannt. Ich habe sofort mit einer 5-tägigen IVIG angefangen und bereits nach 2-3 Tagen Besserung verspürt. Nach ca. 10 Tagen waren sämtliche Beeinträchtigungen (inzwischen war auch die rechte Hand betroffen) verschwunden. Nach weiteren 10 - 20 Tagen meldeten sich meine Lähmungen wieder zurück, nur stärker als vorher. Dieses Spiel haben wir noch einmal wiederholt. Mittlerweile war es September 2004. Die Symptome haben sich schleichend verschlechtert. Als ich einmal mit meinem Sohn beim Fußball war und anschließend nicht mehr die Kraft hatte, das Auto zu starten, habe ich aufgehört zu fahren. Jetzt blieb nur noch die Chemo! Zur Sicherheit wurde ich zur Bestätigung der MMN in die Uniklinik Würzburg geschickt. Dort wurde mir gesagt, ich hätte eine Abart der MMN , genannt MADSAN. Diese wäre mit Cortison zu behandeln. Ca. 2 Tage später bin ich im Klinikum stationär aufgenommen worden. Nach einer Nervenbiopsie wurde mit der Gabe von Cortison begonnen. Von da an gings täglich bergab, also doch MMN!
Cortison wurde eingestellt und mit der Chemo begonnen. Durch das Cortison hat sich die MMN immens verschlechtert. Ich habe das Krankenhaus nach 12 Tagen mehr oder weniger als Pflegefall verlassen (hatte sogar ca. 6 Monate Pflegegeld). Ich konnte nicht mal mehr eine Semmel durchschneiden, eine Unterschrift leisten etc. Da sich die Symptome auch nach Beginn der Chemo verschlechterten, war ich wieder ganz unten. Ca. Februar 2005 war die damalige Ärztin auf einer Fortbildung, wo empfohlen wurde, Cyclophosphamid und IVIG parallel laufen zu lassen. Also 14-tägig ins Klinikum, wechselweise Chemo und IVIG. Und ab diesem Zeitpunkt ging es langsam, aber stetig bergauf!!!!

Sowohl Chemo, als auch IVIG wurden langsam reduziert, die Chemo ca. Juni 2008 und IVIG Juli 2009 abgesetzt, seitdem ist mein Zustand stabil.
Sämtliche Lähmungen haben sich zurückgebildet, ich kann im Prinzip wieder alles tun, treibe auch Sport.
Kürzlich habe ich zufällig den behandelnden Arzt getroffen, und er meinte ich kann davon ausgehen, geheilt zu sein.

Neben der Schulmedizin war und bin ich auch bei einer Heilpraktikerin in Behandlung (Akupunktur, Homöopathie).

Ich hoffe, ich kann dem Einen oder Anderen mit meinem Bericht helfen und stehe natürlich jederzeit gerne für Fragen zur Verfügung.

LG Christa

Ingrid50
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Re: Meine MMN und meine Heilung

Beitrag von Ingrid50 » Samstag 19. Juni 2010, 12:00

Liebe Christa,

viele von uns, ich eingeschlossen, würden wohl nur ungern einer Chemotherapie zustimmen. Kannst du uns darüber berichten, wie es dir im Bezug auf Nebenwirkungen ergangen ist?

Herzliche Grüße

Ingrid
Im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben (W.v.Humboldt)

chris65
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Re: Meine MMN und meine Heilung

Beitrag von chris65 » Samstag 19. Juni 2010, 19:05

Hallo Ingrid,

als Nebenwirkung der Chemo hatte ich während der Therapie jeweils 3 Tage dananch mit Übelkeit zur kämpfen, was ich allerdings mit Medikamenten auf ein
erträgliches Maß eindämmen konnte.
Desweiteren haben sich die Wechseljahre vorzeitig eingestellt (mit 42 J.). Vor Beginn der Chemo wurde mir angeboten, Eizellen zu entnehmen und einzufrieren,
um einen evt. Kinderwunsch nach der Chemo noch möglich zu machen; für mich allerdings kein Thema, da ich bereits 2 halbwüchsige Kinder hatte.
Ich hoffe, dass sich auch keine langfristigen Schäden einstellen.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich parallel ständig bei einer Heilpraktikerin in Behandlung war und bin. Auch auf dieser Ebene kann man einiges
unternehmen, um Schäden durch eine Chemo möglichst zu vermeiden.
Ich litt nicht unter Haarausfall, da die Chemo von der Stärke her nicht mit einer Krebstherapie zu vergleichen ist.

Viele Grüße

Christa

KevinF1994
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Re: Meine MMN und meine Heilung

Beitrag von KevinF1994 » Mittwoch 15. Februar 2017, 00:20

Hallo
Ich bin Kevin und bin 22 Jahre:)

Und ich habe auch MMN mittlerweile schon seit 2 Jahren

Ist die MMN jetzt komplett weg von Ihnen oder müssen sie trotzdem noch regelmäßig ins Krankenhaus?

Würde mich über eine Antwort freuen lg kevin

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