Gehört das auch noch zu meiner Polyneuropathie?

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henry
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Gehört das auch noch zu meiner Polyneuropathie?

Beitrag von henry » Sonntag 16. April 2017, 09:15

Hallo liebe Forumsmitglieder,

da meine Frage eher Richtung "Diagnostik" geht, starte ich dann einfach mal hier und schreibe vorab etwas zu mir und der Vorgeschichte. Ich hoffe, dass ist ok?

Der Grund, warum ich mich angemeldet habe, ist, dass ich mir derzeit akut Sorgen um eine mögliche Fortschreitung der PNP mache. Ein Termin beim Neurologen steht an, liegt aber noch in der Zukunft. Vorab wollte ich auch einen Termin beim Hausarzt machen.

Was war: 2013 begann das Kribbeln in den Fußsohlen, Taubheitsgefühle usw. Als ich dieses am Rande eines Termins beim Hausarzt ansprach sagte er, das könne auch vom Alkohol kommen (Leberwert waren auch übel, der Konsum nicht unerheblich). Als die Beschwerden größer wurden hatte ich es in zwei Anläufen geschafft, vom Teufel Alkohol loszukommen (anderes Thema). Ab diesem Zeitpunkt lebte ich mit den Folgen der PNP. Ich glaube, ich hatte rechtzeitig die Notbremse gezogen. Verschlechterung fand nicht statt. Damit konnte ich leben. Selten Schmerzen – es blieb nur dieses Unangenehme Gefühl.

Etwa zu der gleichen Zeit wurde ich vorzeitig pensioniert. Ursache hierfür war aber nicht die Polyneuropathie sondern eine psychische Erkrankung. Aufgrund der finanziellen Situation begann ich dann im September 2015 eine geringfügige Nebenbeschäftigung. Hierbei wurde wohl allzu sorglos um toxischen Stoffen (Bremsenreiniger, Abrieb von Dieseluß, Diesel, ….) umgegangen.

Alles nicht weiter schlimm, da nicht und allzu großen Mengen (im komme aus einen anderen Bereich, daher war mir die Tragweite nicht wirklich bewußt).

Nach etwa einem halben Jahr der "Akkordarbeit" in der wohl auch die Schadstoffbelastung anstiegt hatte ich dann auf einmal weitergehende Probleme.

Zunächst stelle ich eine (dauerhafte) Verschlechterung des Taubheitsgefühls in den Füßen fest. Teilweise Schmerzen. Selbst in den Schuhen, die bis dahin eine Wohltat für meine Füße waren. Aber was mir derzeit wirkliche Angst macht ist das Gefühl der müden, schlappen Beine. Die Runden mit dem Hund fallen mir zunehmend schwerer. Ich kann nicht einmal sagen, ob es tatsächlich Schwäche ist, oder ob es sich so anfühlt. Hauptsächlich im Bereich der Knie. Fühlen sich ein bisschen an wie geschwollen, sind sie aber nicht.

Die Nebentätigkeit habe ich bereits beendet. Termine beim Arzt stehen an, Termin beim alten Chef auch (anderes Thema ….).
Da mich die Gedanken und Sorgen derzeit stark beschäftigen habe ich mir gedacht, einmal hier zu schreiben.

Danke euch erstmal für´s zuhören und wünsche euch alles Gute!

strauss
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Re: Gehört das auch noch zu meiner Polyneuropathie?

Beitrag von strauss » Sonntag 16. April 2017, 17:10

Hallo henry,

die von dir geschilderte Entwicklung und des heutigen Status ist für eine Reaktion hier schon relevant, aber du solltest m.E. unbedingt sobald wie möglich den Termin beim Neurologen absolvieren.

Die heutige Medizin kann leider nicht mit bewährter Therapie bei PNP ansetzen, aber bestimmte Untersuchungen über Nervenleitgeschwindigkeit, Sensibilitätsstörungen einordnen, evtl. Durchblutungsstörungen (Gefäßzustände) pp. sind unabdingbar.

Es können evtl. Erstmedikationen mit Cortison (evtl. akute Entzündungen stoppen/zurückdrängen) oder lokal beruhigenden Präparaten das Richtige sein - aber sicher ist das nicht. Die Erscheinungsformen der PNP sind stark individuell, was für den Einen richtig ist, kann für den Anderen falsch sein.

Aber wie gesagt, mit der Diagnose beim Facharzt beginnen, dann weiter sehen.

Alles Gute!

StefanL
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Re: Gehört das auch noch zu meiner Polyneuropathie?

Beitrag von StefanL » Sonntag 16. April 2017, 21:27

Hallo Henry,
wie strauss schon geschrieben hat, sind die Symptome der PNP sehr unterschiedlich und auch nach meiner Meinung solltest du dies unbedingt durch eine gründliche neurologische Untersuchung abklären lassen. Das was du schilderst passt durchaus zu einer leichteren Form der PNP. Vielleicht könnte der von dir geschilderte Alkoholkonsum eine der möglichen Ursachen sein. Wenn diese Ursache dauerhaft wegfällt, könnte es sein , dass sich deine PNP nach einiger Zeit wieder zurückbildet. Wenn überhaupt, so ist das aber ein sehr langwieriger Prozess, da darfst du keine schnellen Erfolge erwarten. Inwieweit eine Belastung durch deine Nebentätigkeit eingetreten ist, müßten eigentlich die Untersuchungen zeigen.
Gut ist, dass du , so wie ich selbst, keine Schmerzen hast und deshalb auch keine Schmerzmittel mit gravierenden Nebenwirkungen brauchst.
Eine allgemeine, standardmäßig erfolgreiche Therapie gegen diese Krankheit gibt es nicht, da mußt du dich auf einige Verschiedene Ansätze einstellen. Ich selbst leide ähnlich wie du seit mehr als 6 Jahren unter einer schmerzlosen PNP ungeklärter Ursache. Diese ist seit Beginn sehr langsam fortgeschritten und zeigt sich durch Kribbeln, Taubheitsgefühle und Mißempfindungen in den Füßen und Unterschenkeln.
Seit dem letzten Jahr glaube ich eine leichte Verbesserung der Symptome zu verspüren, aber was daraus wird, kann ich noch nicht sagen.
Gruß und
Gute Besserung
wünscht dir
Stefan

henry
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Re: Gehört das auch noch zu meiner Polyneuropathie?

Beitrag von henry » Mittwoch 19. April 2017, 14:54

Danke erst mal für die Rückmeldung. Werden dann wohl zunächst die Rückmeldung der Ärzte abwarten. Leider ist der Termin beim Neurologen erst im Juli. Die Messung der NLG hatte damals meine Neurologe wohl schon gemessen (und Reflexe soweit ich weiß). Diese Berichte habe ich mir vorsorglich angefordert.
Melden mich dann, wenn ich näheres weiß vielleicht noch mal.
Viele Grüße

henry
Beiträge: 3
Registriert: Dienstag 21. März 2017, 20:59

Re: Gehört das auch noch zu meiner Polyneuropathie?

Beitrag von henry » Donnerstag 20. April 2017, 14:13

So kurze Zwischeninfo:

Kopie der NLG Messung am Tibialis habe ich heute mit der Post bekommen.

Im Jahre 2013 betrug die NLG wenn ich es richtig lese einmal 33,4 m/s und am anderen Fuß 39,8 m/s

Wenn ich den hier irgendwo im Forum gefundenen und auch ergoogleten Normwert von 45 m/s dagegenhalte, lag diese damals am schlechteren Fuß um 25% unter Norm.

Scheint mir viel, gibt es da Erfahrungen?

Wenn ich Glück habe, bekommen ich ganz kurzfristig einen Termin beim Neurologen zumindest für ein Vorgespräch.

StefanL
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Re: Gehört das auch noch zu meiner Polyneuropathie?

Beitrag von StefanL » Donnerstag 20. April 2017, 20:49

Hallo Henry,
Im Jahre 2013 betrug die NLG wenn ich es richtig lese einmal 33,4 m/s und am anderen Fuß 39,8 m/s
das sind Werte, die ich auch von meinen bisherigen Jahren kenne.
Allerdings sind mir diese anders in Erinnerung, nämlich 3,3 und 3,9 bei mir, wobei ich aber vermute, daß entweder meine Parameter vielleicht anders waren, weil das genau eine Dezimalstelle ausmacht, oder habe ich mir das falsch gemerkt.
Aber:
Lies doch mal meinen Post vom 25. Januar 2017. Da berichte ich von neuen NLG-Werten im Dezember 2016, die mit 4,5 bis 4,9 selbst meine Neurologin verwundert haben.
Näheres findest du dort, lies mal nach.
Gruß
Stefan

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