Antrag auf Behinderung stellen..lohnt sich das für mich?

Hier könnt ihr Fragen zum Antrag von Schwerbehindertenausweis über Erwerbsunfähigkeit, Rentenantrag, REHA-Aufenthalt, Ärger mit Krankenkassen und & Co stellen, bzw berichten .

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Shreck
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Antrag auf Behinderung stellen..lohnt sich das für mich?

Beitrag von Shreck » Sonntag 27. November 2011, 13:52

Hallo liebe Forenmitglieder...

Ich heisse Marianne . Bin relativ neu hier im Forum.
Ich habe eine small fibres PNP auf grund von nicht insulinpflichtiger Diabetes.
Bin seit letztem Jahr nicht einen einizigen Tag schmerzfrei ( heul).
Zur Zeit nehmen ich morgens und abends je 300mg Lyrica..und zusätzlich noch 30 mg Cymbalta morgens ( das wird aber noch eingestellt..ist also möglich das die Dosierung erhöht wird)

Meine Neurologin hat mir geraten einen Behindertenausweis zu beantragen..
Nur lohnt sich das überhaubt für mich?
Ich kann nicht schmerzfrei laufen..soll ich dann das G bei dem Antrag ankreutzen?

Ich habe gehört das eine PNP alleine nicht ausreicht um einen Ausweiss zu bekommen.
Und meine Diabetes wird nicht mit Insulin behandelt..ich nehme zum Essen Repaglinid.
Einen grauen Star den ich hatte ist operiert worden ( habe mit 37 den altersdurchschnitt in der Augenklinik durcheinander gebracht..lach)
Leichte Depries habe ich auch hin und wieder..ziehe mich aber immer wieder hoch..da ich eine kleine Tochter habe muss ich ja auch als Mama funktionieren ( was mir manchmal wegen der Schmerzen und der Nebenwirkungen der Medikamente schwer fällt)

Ich bin Teilzeitbeschäftigt..habe ehrlich gesagt auch Angst was mein Chef dazu sagen wird ( falls ich Prozente bekomme habe ich ja wohl Anrecht auf einige Vorteile was die Arbeit betrifft)

Oh man ich habe soviele Fragen..und in der " realen Welt" kann mir die keiner Beantworten..
Ich hoffe das es hier Menschen gibt die ein offenes Ohr haben..

In diesem Sin einen schönen ersten Advent..

L.G.Marianne
Wer Schreibfehler findet, darf sie behalten..

Hochlandsmiti
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Re: Antrag auf Behinderung stellen..lohnt sich das für mich?

Beitrag von Hochlandsmiti » Sonntag 27. November 2011, 14:16

Liebe Marianne,

:willkomm

klar ist es eine Überwindung einen Schwerbehindertenausweis zu beantragen, aber:

Es zeigt auch einen Grad der Behinderung.
Man sollte es versuchen, denn schon allein der Antrag ist wie ein halber Kündigungsschutz.
Bei einem GdB von 30 kannst Du eines Schwerbehinderten gleichgestellt werden und bei 50 Grad der Behinderung (GdB)
bist Du schwerbehindert und erhälst sogar mehr Urlaub.
Aber Du hast noch gar nicht geschrieben,
wie sich Deine Erkrankung im Alltag behindert.
Das nicht schmerzfreie Laufen bedingt kein Merkzeichen, man sollte es aber unbedingt mit beantragen.
Wichtig ist, dass Du einen guten Arzt an Deiner Seite hast,der die Einschränkungen besser dokumentieren kann.
Wir sind doch alles hier nur Laien, aber mit einem Fachmann an der Seite, klappt vieles leichter.

Daumendrück und viel Kraft
Liane
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Shreck
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Re: Antrag auf Behinderung stellen..lohnt sich das für mich?

Beitrag von Shreck » Sonntag 27. November 2011, 14:58

Hallo Liane,

erstmal Danke für die schnelle Antwort.

Ja es kostet überwindung den Antrag zu stellen..eigentlich komisch da ich ja im Grunde nichts zu verlieren habe..

Im Alltag belasten mich die Schmerzen in den Füßen sehr ( an den Händen ist es eher abends schlimm). Neben einen recht unsicheren Gang ist es so das ich keine großen Strecken laufen kann ohne mich hinsetzten zu müssen.
Hinzu kommen die Nebenwirkungen der Medikamente..da ist es so das ich plötzlich ein starkes Schwindelgefühl habe..manchmal kurz verschwommen rede..
Die alltäglichen Sachen fallen mir sehr schwer..
Wenn ich länger sitze bin ich steifbeinig..laufe morgens z.b. so als hatte ich keine Fußgelenke..steif und breitbeinig..Meine Tochter ( grade 7 geworden) sagt immer Roboter zu mir.
Vieles nehme ich mit Humor ( ohne den wäre ich schon zu Grunde gegangen)

Manchmal fallen mir Sachen aus der Hand..ich habe nicht mehr so die Kraft in den Fingern..Wobei das nicht unbedingt schwere Teile sein müssen. Eher sind es Tassen..oder die Gabel beim essen ( sieht immer toll aus wenn diese in Soße fällt und die Soße dann am T Shirt klebt)


Meine Neurologin ist , so denke ich mal, recht gut. Sie weiss von meinen Einschränkungen..und sie ist es ja auch gewesen die mich dazu gebracht hat den Antrag überhaubt zu stellen.

Für mich ist das alles Neuland. Allerdings habe ich den PNP Werdegang meiner Mutter mit erlebt. Sie war etwa 5 Jahre nach der Diagnose PNP nicht mehr in der Lage zu laufen. Hatte 100% aG mit Begleitung.Mittlerweile ist meine Mutter verstorben.

Sie hatte , genau wie ich, den Diabetes Mody..eine dominant vererbare Form der Diabetes ( habe ich aus Tradition auch an meine Tochter weiter gegeben , was mich als Mutter schwer belastet)

Ich weiss nicht ob mir das Merkzeichen G zusteht...Aber wenn die Definition dazu die ist, keine 2 kilometer ordentlich zu laufen dann wirds evtl. ein G sein.

Was mich manchmal so fertig macht ist das Wissen abends ins Bett zu gehen..mit Schmerzen ..und daran zu denken wie der nächste Tag wieder mit Schmerzen beginnt.

Ich jammer selten und nehme es hin nicht mehr die aktive Frau zu sein..doch es gibt sicher auch Momente wo ich nach dem Sinn des Lebens suche..

Also im Grunde macht mich die PNP zu einer 38 jährigen Frau die sich mit Schmerzen arrangiert hat und den Tag mit seinen Aufgaben langsam angehen lässt.


L.G. Marianne
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Re: Antrag auf Behinderung stellen..lohnt sich das für mich?

Beitrag von carmi » Sonntag 27. November 2011, 21:35

Liebe Marianne,

du solltest den Antrag unbedingt stellen. Es zählt alles mit rein: PNP, Diabetes und Depressionen. Kenne zwar die Berechnungsgrundlage nicht, aber je mehr Krankheiten Du angibst, um so größer die Wahrscheinlichkeit auf einen Schwerbeschädigtenausweis.
Mit dem G ist das so eine Sache. Ich laufe bereits am Rollator und wir haben nach abgelehntem Widerspruch Klage eingereicht. Denke hängt auch viel davon ab bei welchem Sachbearbeiter deine Unterlagen landen.
Ich wünsche Dir auf jeden Fall eine Antwort, die zu deinen Gunsten ausfällt.
Wenn Du weitere Fragen hast, dann nur raus damit
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Re: Antrag auf Behinderung stellen..lohnt sich das für mich?

Beitrag von Hochlandsmiti » Sonntag 27. November 2011, 22:57

Liebe Marianne,

dann nichts wie ran und einen GdB beantragen, schaden kanns nicht.

Es gibt auch die Möglichkeit das trägerübergreifende" Persönliche Budget" (PB) zu beantragen,
aber darüber könntest du hier in der Suchfunktion nachforschen(!!!)

Sowas sagt einem nämlich auch niemand.

Jeder der behindert oder von Behinderung bedroht ist, hat die Möglichkeit einer Antragstellung, wenn erwünscht.
Die Leute können Dir bei vielen Sachen behilflich sein, die Du nicht mehr in der Lage bist.
Das bringt oft mehr als ein Schwerbehindertenausweis.

Auch ich habe Gehschwierigkeiten, laufe an 2 Gehhilfen oder gar nicht.
Der Ausweis wurde mir versagt, somit auch das Merkzeichen"G".

Das Persönliche Budget hingegen wurde mir gewährt.
Nun erhalte ich Hilfe, die ich mir nie erträumt hatte.

Viel Erfolg und gib mal den genannten Suchbegriff ein, Du wirst erstaunt sein.

Liebe Grüße
Liane
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Re: Antrag auf Behinderung stellen..lohnt sich das für mich?

Beitrag von Shreck » Montag 28. November 2011, 10:26

Guten Morgen,

so habe eben meinen Antrag im Bürgeramt abgegeben. Die Bearbeitung dauert 4- 6 Monate wurde mir gesagt. Na ist ja eigentlich auch egal.
Ich habe angegeben das es für die Steuern vordatiert werden soll...
Ob ich nun ein G bekomme oder nicht ist mir nicht so wichtig. O.K. wäre schon schön nur noch 60 Euro im Jahr für Bus und Bahn zahlen zu müssen..
Aber wenn nicht dann nicht.
Bin eher mal gespannt ob und wieviel Prozente ich bekomme. Denn das wirkt sich ja am Ende des Jahres auf die Steuererklärung aus..vielleicht brauche ich dann kein Geld mehr zum Finanzamt zu bringen..lach

Wegen dem persönlichen Buget habe ich mal gegoogelt..Denke , bei dem was ich gelesen habe ( wobei ich nicht alles gelesen habe), das mich zur Zeit noch nicht betrifft. Ich mache ja noch alles selbst. ( Bis auf einige Dinge im Haushalt die ich meinem netten Mann aufs Auge gedrückt habe). Kann auch noch ohne Gehilfe laufen ( solange ich mich hin und wieder setzen kann).
Ich glaube allerdings das ich in Zukunft ( bitte in weit weg gelegener), sicherlich auf Hilfen angewiesen sein werde.

L.G Marianne
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